Allgemein lässt sich feststellen, dass die Heilungschancen umso grösser sind, je früher mit der Behandlung begonnen wird. Haben sich die Probleme erst einmal verfestigt oder sind zusätzliche Schwierigkeiten hinzugekommen, wird es viel schwieriger. Wird z.B. ein Kind mit Schulangst frühzeitig ambulant psychotherapeutisch behandelt, können längere Fehlzeiten in der Schule in der Regel vermieden werden. Hat aber der Schüler oder die Schülerin bereits ein halbes Jahr oder länger die Schule nicht mehr besucht, hat sich in ihnen die Angst verfestigt durch ständiges vermeiden von Situationen, die Angst auslösen. Es kommen erhebliche Lernrückstände dazu. Dies führt wieder zu einer Zunahme der Ängste. Es entwickelt sich ein Teufelskreis.
Ob eine kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung dauerhaft Erfolg hat, hängt sowohl von der Art der Problematik, wie auch von den Stärken des Kindes oder des Jugendlichen ab. Wichtig ist auch das Lebensumfeld des Kindes oder Jugendlichen. Berücksichtigen Familie und Schule die Schwächen des Kindes und Jugendlichen und nutzen seine Stärken, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle erfolgreich erleben. Das macht weniger Stress für alle und stärkt das Selbstbewusstsein. Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit eines dauerhaften Behandlungserfolges.